Ab 2. August 2026 verbindlich

EU AI Act -
Was musst du kennzeichnen?

Der einfache Praxisguide für Selbstständige und Unternehmer. Finde in 60 Sekunden heraus, ob deine KI-Inhalte eine Kennzeichnung brauchen.

EU AI Act – Praxisguide für Selbstständige und UnternehmerKI-generiert

Was ist der EU AI Act – und was hat das mit mir zu tun?

Kurz erklärt, ohne Juristendeutsch

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Das neue KI-Gesetz der EU

Seit August 2024 gibt es in der EU ein Gesetz, das regelt, wie KI eingesetzt werden darf. Es gilt für alle, die in der EU tätig sind – also auch für dich als Selbstständige oder Coach.

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Was bedeutet das für dich?

Ab August 2026 musst du bestimmte KI-Inhalte kennzeichnen – also sichtbar machen, dass KI dabei war. Das betrifft vor allem Bilder, Videos, Audios und Chatbots.

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Keine Panik – es ist machbar

Für die meisten Selbstständigen reicht ein kurzer Satz am Inhalt. Werbetexte, Salespages und normale Posts sind oft gar nicht betroffen. Der Schnell-Check hilft dir.

Wann gilt was?

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

1. Aug 2024

EU AI Act ist offiziell in Kraft getreten

2. Feb 2025

Verbotene KI-Anwendungen sind ab jetzt untersagt (Art. 5)

2. Aug 2025

Regeln für große KI-Modellanbieter wie OpenAI gelten (Art. 53)

2. Aug 2026

Kennzeichnungspflicht gilt für alle – auch für dich!

Das ist die wichtigste Deadline für dich

2. Dez 2026

Maschinenlesbare Wasserzeichen werden Pflicht (C2PA)

Art. 4 - gilt seit Februar 2025

KI-Kompetenzpflicht: Was du wissen musst

Was ist das?

Seit dem 2. Februar 2025 gilt Artikel 4 des EU AI Acts: Wer KI beruflich einsetzt, muss über ausreichende KI-Kenntnisse verfügen - und das auch nachweisen können. Das gilt für Selbstständige, Unternehmen und deren Mitarbeitende.

Was bedeutet das für dich?

  • Du solltest nachweisen können, dass du KI-Tools verstehst und verantwortungsvoll einsetzt
  • Zertifizierungen, Schulungen oder dokumentierte Weiterbildungen helfen als Nachweis
  • Kein starres Prüfungsformat vorgeschrieben – aber Unwissenheit schützt nicht vor Haftung
Tipp: Eine zertifizierte KI-Schulung oder ein dokumentierter Workshop-Besuch gilt als Nachweis. Wer bereits mit KI arbeitet, sollte das schriftlich festhalten - z.B. in einer kurzen internen Richtlinie.

⚡ Schnell-Check: Muss ich kennzeichnen?

Beantworte 3–5 kurze Fragen – du bekommst sofort eine klare Einschätzung.

🤔

Bin ich kennzeichnungspflichtig?

Beantworte ein paar kurze Fragen – du bekommst sofort eine klare Einschätzung.

Was muss ich kennzeichnen – und was nicht?

Die wichtigste Übersicht auf einen Blick

Du musst kennzeichnen
  • →Ein Bild zeigt eine erkennbare echte Person, ein reales Produkt oder einen realen Ort täuschend echt in einer erfundenen Situation (Deepfake nach Art. 3 Nr. 60)
  • →Ein Video oder Audio wurde vollständig von KI erstellt
  • →Ein Chatbot auf deiner Website kommuniziert mit Kunden
  • →KI-generierte Bilder oder Videos zu Gesundheit, Politik oder öffentlichem Interesse (Deepfake-Regel)
Du musst NICHT kennzeichnen
  • Du nutzt KI als Schreibhilfe und überarbeitest den Text selbst
  • Du machst normale Bildbearbeitung (Helligkeit, Farbe, Retusche)
  • Du verwendest KI für Recherche oder Brainstorming
  • Dein Marketingtext kommt von ChatGPT, aber du hast ihn inhaltlich geprüft
Kennzeichnung nötig
  • Chatbot auf deiner Website
  • KI-Stimme im Podcast oder Video
  • Komplett KI-generierte Videos
  • Deepfakes (reale Person, reales Produkt oder realer Ort in erfundener Situation)
  • Täuschend echte KI-Portraits
  • KI-generierte Bilder/Videos zu sensiblen Themen (Gesundheit, Politik) ohne Kennzeichnung
Keine Pflicht
  • Marketing- und Werbetexte für dein Business (auch wenn KI geholfen hat)
  • Normale Bildbearbeitung (Retusche, Farbe)
  • KI als Recherche-Hilfe
  • Klar stilisierte oder abstrakte KI-Illustrationen
  • Texte, die du selbst substanziell überarbeitet hast
  • Rein private Nutzung
Grauzone – lieber kennzeichnen
  • Echtes Foto mit KI-generiertem Hintergrund
  • KI-Produktbild zeigt reales Produkt täuschend echt
  • Mischformen aus Realaufnahme und KI
  • Realistischer KI-Hintergrund im Video

Im Zweifel: lieber einen kurzen Satz dazuschreiben.

Konkrete Beispiele aus deinem Alltag

Für Coaches, Creator und Selbstständige

TextKeine Pflicht

LinkedIn-Post mit ChatGPT

Werbung und Marketing für dein eigenes Business sind kein öffentliches Interesse – keine Pflicht. Tipp: Trotzdem substanziell überarbeiten.

BildKennzeichnung nötig

KI-Portrait: Du in einem Coworking-Space

Das Bild zeigt dich in einer Situation, die nie stattgefunden hat. Das gilt als Deepfake → Kennzeichnung erforderlich.

VideoKennzeichnung nötig

Erklärvideo komplett mit KI erstellt

Vollständig KI-generiert → Hinweis am Anfang des Videos und in der Beschreibung.

AudioKennzeichnung nötig

Podcast mit KI-Stimme

Synthetische Stimme → gesprochener Hinweis am Anfang der Episode. Z.B.: "Diese Episode wurde mit einer KI-Stimme produziert."

ChatbotKennzeichnung nötig

FAQ-Bot auf deiner Website

Besucher müssen vor dem ersten Satz wissen, dass sie mit einer KI schreiben – nicht mit einem Menschen.

BuchKeine Pflicht

Buch mit KI-Unterstützung, du prüfst alles

Du hast redaktionell die Kontrolle behalten → keine Pflicht. Ein freiwilliger Hinweis im Impressum ist trotzdem empfehlenswert.

BildGrauzone

Echtes Foto + KI-generierter Hintergrund

Kommt auf den Gesamteindruck an. Wirkt es täuschend echt → besser kennzeichnen.

TextKeine Pflicht

Salespage von ChatGPT geschrieben

Werbetexte für eigene Angebote fallen nicht unter Art. 50. Trotzdem: substanzielle Überarbeitung schützt dich rechtlich.

Fertige Sätze zum Kopieren

Einfach anpassen und verwenden – das reicht rechtlich aus

💡 Wo du (hier KI-Programm eintragen) siehst: trage einfach das Tool ein, das du verwendet hast – z.B. Midjourney, ElevenLabs, ChatGPT, DALL·E usw.

Social Media Post

„Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von mir inhaltlich geprüft und verantwortet."

KI-generiertes Bild

„Bild: KI-generiert (hier KI-Programm eintragen)."

Chatbot auf Website

„Ich bin ein KI-Assistent und helfe dir bei Fragen zu unseren Angeboten."

Video / Reel

„Dieses Video enthält KI-generierte Inhalte."

Podcast / Audio

„Diese Episode wurde mithilfe einer KI-Stimme (hier KI-Programm eintragen) produziert."

Buch / Impressum

„Für dieses Werk wurden KI-Systeme als Schreib- und Kreativwerkzeuge eingesetzt. Die finale Fassung wurde von der Autorin redaktionell geprüft und verantwortet."

Website allgemein

„Auf dieser Website werden KI-gestützte Tools zur Content-Erstellung eingesetzt. KI-generierte Inhalte sind entsprechend gekennzeichnet."

U

„Fang jetzt an – nicht erst, wenn es Ärger gibt. Kennzeichnung kostet dich nichts außer ein paar Sekunden. Und ehrlich gesagt: Transparenz stärkt das Vertrauen deiner Community."

- Ully AI

Mein Tipp: Erstelle dir eine kleine Vorlage mit den Formulierungen aus diesem Guide und speichere sie in deinen Notizen. So hast du sie immer griffbereit.

Was passiert, wenn ich es nicht mache?

Der EU AI Act sieht drei Stufen vor – je nach Art des Verstoßes

bis 35 Mio. € oder 7 %

Schwerste Verstöße

Verbotene KI-Anwendungen (Art. 5) – z.B. Social Scoring oder Manipulation

⚠️ Betrifft dich

bis 15 Mio. € oder 3 %

Mittlere Verstöße

Verstöße gegen Transparenzpflichten – z.B. fehlende Kennzeichnung von Chatbots oder KI-generierten Inhalten

bis 7,5 Mio. € oder 1,5 %

Falsche Angaben

Unrichtige oder irreführende Auskünfte gegenüber Behörden

Für Selbstständige und kleine Unternehmen gilt:

Bei KMU und Start-ups gilt jeweils der niedrigere der beiden Werte (Betrag oder Prozentsatz). Außerdem drohen in der Praxis Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbraucherverbände - typische Kosten: 500-2.000 EUR. (Quelle: Art. 99 EU AI Act)

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Diese Seite dient der allgemeinen Information und Orientierung. Sie stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Für eine verbindliche rechtliche Einschätzung wende dich an eine qualifizierte Rechtsanwältin oder einen qualifizierten Rechtsanwalt. Quelle: artificialintelligenceact.eu/de/